Stopp den IGeL
September 22nd, 2011
Ein wahrlich stacheliges Thema im deutschen Gesundheitssystem: Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland wollen jetzt dagegen angehen, dass Ärzte ihren Patienten/ Kunden - den Versicherten - immer mehr individuelle Gesundheitsleistungen anbieten.
Gernot Kiefer, Vorstand im Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung, äusserste sich in der „Berliner Zeitung“ kritisch zu den „individuellen Gesundheitsleistungen“. Hierbei… „geht es vorrangig um Umsatz und Gewinn der Ärzte und nicht um medizinische Hilfe für Kranke.“ Das Deutsche Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) ist in einer Bewertung zu dem Schluss gekommen, dass der Nutzen der häufigsten Nutzen der häufigsten IGeL mangels Evidenz nicht bewertbar sei. Deshalb seien, so der Verband, Ige-Leistungen mehrheitlich nutzlos und damit überflüssig.
Weiterhin schlussfolgert Kiefer: “Es widerspricht dem ärztlichen Ethos, kranken Menschen fragwürdige Leistungen unterzujubeln”. “Wir müssen dem einen Riegel vorschieben.” Als konkrete Massnahme verlangt nun der Spitzenverband eine “Einwilligungssperrfrist“ von 24 Stunden, bis die Patienten ein IGel-Angebot annehmen dürfen. Es gälte dann also das gute alte sinnvolle Prinzip der „da muss ich erstmal eine Nacht drüber schlafen“. Nur in den Fällen, wo der Patient selbst ausdrücklich nach den Angeboten fragt, sollte die 24-Stunden-Frist nicht gelten. Als weitere Massnahme wird ein schriftlicher Behandlungsvertrag gefordert, in dem der Arzt vorher über Vor- und Nachteile und Alternativen aufklären muss. Die Änderungen sollen in dem von der schwarz-gelben Koalition geplanten Gesetz zur Stärkung der Patientenrechte aufgenommen werden. Unberechtigt sind diese Forderungen wirklich nicht. Die IgeL haben sich zu einem riesigen Markt entwickelt: der Umsatz in deutschen Arztpraxen ist mit IGeL-Angeboten seit 2005 um rund 50 Prozent auf etwa 1,5 Milliarden Euro jährlich gestiegen. Dabei sind die am häufigsten durchgeführten Leistungen das Glaukom-Screening auf Grünen Star und der vaginale Ultraschall auf Eierstock- und Gebärmutterkrebs. Quelle: aerztezeitung.de
Telemedizin für Brandenburg
September 13th, 2011
Telemedizin hat in Deutschland bisher noch nicht so den grossen Durchbruch erfahren. Deutschland ist aber auch nicht Australien, und ein so dichtbesiedeltes Land ist bisher auch mit Arztpraxen und Krankenhäusern gut versorgt gewesen. Bis sich seit geraumer Zeit ein Ärztemangel in ländlichen Gebieten bemerkbar gemacht hat, der sich jetzt erwiesenermassen auf die ärztliche Versorgung der Bevölkerung auswirkt. So eine Gegend ist Brandenburg.
Die Wege zum Facharzt oder zum Krankenhaus sind weit geworden in Brandenburg. Eine Konsequenz dieser Entwicklung ist auch die negative Spitzenposition Brandenburgs der Herzinfarktsterberate.
Aber in dem Bundesland mit der geringsten Dichte von Kassenärzten steht jetzt wohl ein Umbruch bevor. Ein telemedizinisches Grossprojekt soll nun deshalb gestartet werden. Das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus und das Städtische Klinikum Brandenburg/Havel werden dabei gemeinsam mit niedergelassenen Hausärzten und Kardiologen ab Herbst 2011 bis zu 500 Hoch-Risikopatienten mit chronischer Herzinsuffizienz telemedizinisch betreuen.
Die Patienten erhalten dafür diagnostische Geräte, die kabellos per Datenleitung wichtige Vitaldaten automatisch an die Telemedizin-Zentren der beiden Kliniken liefern.
EKG, Infos zu Sauerstoffsättigung und Blutdruck, auch Angaben zu Befunden und Medikamenteneinnahme der Patienten werden in einer elektronischen Patientenakte im Telemedizinzentrum gespeichert.
Rund um die Uhr können die übermittelten Daten bearbeitet werden. Wenn sich kritische Zustände abzeichnen, informieren die Telemediziner die Patienten und ihre niedergelassenen Ärzte.
Die am Projekt beteiligten Hausärzte und Kardiologen erhalten die diagnostischen Daten bereits vor dem Patientenbesuch.
Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack (Die Linke) ist stolz über die Vorreiterrolle Brandenburgs in der Telemedizin. “Gerade im ländlichen Raum Brandenburgs erhoffe ich mir wichtige Impulse für die gesundheitliche Versorgung”, sagte sie. Frau Tack hat sich schon länger für die Telemedizin ausgesprochen und erhofft sich dadurch viel für die Sicherung der Versorgung in ihrem Bundesland.
Finanziert wird das Projekt aus dem „Konjunkturpaket II“ mit 1,53 Millionen Euro. Die Infrastruktur kommt von der Telekom und Getemed Medizin- und Informationstechnik.
Partner des telemedizinischen Versorgungsprojekts auf Krankenkassenseite ist die AOK Nordost. Sie hat mit den Kliniken einen Vertrag der Integrierten Versorgung (IV) über die Telemedizinleistungen geschlossen, der das bestehende Programm “Curaplan HerzPlus” zur Versorgung von herzkranken AOK-Patienten ergänzt.
Telemonitoring kann allen Seiten Vorteile bringen: Doppeluntersuchungen werden unnötig und dem Patient können Krankenhausaufenthalte erspart werden.
Die Kliniken verweisen auf vorangegangene Telemedizinprojekte. Diese hätten gezeigt, “dass wir mit einer lückenlosen Diagnostik ansonsten häufig auftretende Komplikationen bei Herzschwäche-Patienten vermeiden können”, sagt Chefarzt Professor Michael Oeff vom Städtischen Klinikum Brandenburg/Havel.
In der geplanten Größenordnung ist das Projekt deutschlandweit bislang einmalig. Für die Deutsche Telekom bedeutet es ein Meilenstein der Telemedizin in Deutschland und bei Getemed ist man gespannt, wie es gelingt, die technischen Möglichkeiten im medizinischen Alltag zu nutzen.
Auch wir in unserer Praxis hier auf der Insel haben seit Jahren mit Telemedizin in Zusammenarbeit mit der Firma Vitaphone gute Erfahrungen. Deshalb können wir den Beteiligten nur Erfolg wünschen und den Patienten versichern, dass dieser Service viel Gutes zu ihrem körperlichen und seelischen Befinden beitragen wird.
Quelle: aerztezeitung.de
Mit dem Smartphone gegen Schlaflosigkeit
August 22nd, 2011
Bisher bin ich Smartphone-renitent, sozusagen. Mit meinem „normalen“ Handy (was auch schon 100 Funktionen mehr hat, als die, die ich so im Alltag brauche) komme ich gut klar. Selten fahre ich auf die neuste Technologie dermassen ab, dass ich vor einem Apple-store Schlangestehen würde o.ä.
Allerdings kann ich öfter nicht gut schlafen und mir hilft dann weder mein Yoga, noch Schäfchenzählen, und fernsehfreie Abende habe ich schon seit 13 Jahren und bringen mir auch nichts in dieser Hinsicht.
Vielleicht sollte ich mir jetzt aber doch die Anschaffung eines smartphone überlegen. Die sollen jetzt nämlich auch Schlafstörungen beseitigen helfen: denn nun gibt’s die “Schlaf-Los” App. Sogar, je nach Ursache der Störung, mit einem dreistufigen Konzept.
Da gibt es Anleitungen zur Progressiven Muskel-Relaxation (PMR), mit denen sich nicht nur der Körper, sondern auch die Seele entspannen lässt.
Die EFT (Emotional Freedom Technique) widmet sich ungelösten negativen Gefühlen (wow!) als Hauptauslöser für Einschlafstörungen. Zur Einführung in diese Methode gibt es sogar eine Video-Anleitung.
Und schließlich gibt es noch akustische Reize, um störende, ständig kreisende Gedanken zu durchbrechen. (Das wär’s glaub ich für mich). Die Methode “Brain Wave” erzeugt Töne, die über den Kopfhörer das Hirn in schlaftypische Schwingungen versetzen soll.
Mehr Info finden sie hier .
Das “Sauvage” in Berlin: kommt die paläolithische Küche?
August 17th, 2011
In Berlin geht es gemeinhin wohl etwas wilder zu als hier auf dem ruhigen Mallorca. Unter anderem auch in der Gastronomie. So z. Bsp. gibt es dort ein Restaurant mit dem wunderschönen Namen “Sauvage”. Das beschwört Bilder in den Kopf von Wildheit, Derbheit, Bären, Tigern - oder auch vielleicht Steinzeit und Dinos?
Diese Idee ist nicht ganz falsch, denn im Berliner Restaurant “Sauvage” wird nur das gekocht, was auch bereits Steinzeit-Menschen geschmeckt haben könnte. Le Chef heisst aber nicht Fred Feuerstein, sondern ist Boris Leite-Poço und er betreibt das Restaurant im Stadtteil Neukölln gemeinsam mit seinem Lebenspartner Rodrigo.
Beide Männer ernähren sich streng nach dem Speiseplan unserer prähistorischen Vorfahren - Zucker, Nudeln, Reis, Kartoffeln und Brot sind tabu. Stattdessen stehen Fleisch, Fisch, Gemüse, Beeren und Nüsse auf der Speisekarte. “Paläolithisch” heißt diese Form der Ernährung, oder auch einfach Steinzeit-Diät. Ihre Argumente: Der menschliche Körper ist genetisch auf die Steinzeit-Kost getrimmt. Spätere Erzeugnisse wie Brot und Milch kann er daher nur schlecht verarbeiten. Die Folge: Wir werden dick und krank.
Natürlich steht kein Mammut auf der Speisekarte. Die liest sich eher ganz modern: Lammkeule in Rosmarin-Ingwer-Butter, ein Eier-Wrap mit Schalotten-Tomaten-Sauce (Tomaten???) und sogar ein Nuss-Sesam-Kuchen stehen darauf - aber eben ohne raffinierten Zucker und Backpulver, versteht sich.
Die Steinzeit-Diät hat bereits prominente Anhänger wie Tom Jones gefunden, ist v. a. in Amerika schon sehr beliebt, aber bei uns in Europa noch relativ unbekannt. Deshalb ist auch das “Sauvage” nach Angaben der Betreiber das einzige Steinzeit-Restaurant Europas. Sie möchten sich auch nicht in einen Steinzeittopf mit dem Prager Restaurant “Pravek” (Steinzeit) werfen lassen, wo zwar stilecht über dem Feuer und in Höhlen-Atmosphäre gekocht wird, doch die Speisekarte ist mit Kartoffeln und Käse wenig steinzeitlich. In London gibt es zwar ein Lokal mit paläolithischen Gerichten, wie Leite-Poço sagt. Dort würden jedoch auch andere Speisen angeboten. Bundesweit sind beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband keine prähistorischen Schlemmer-Höhlen bekannt.
Diät ohne Getreide? In der Küche des “Sauvage” bereitet Kawan Lotfi Knäckebrot zu - ohne Getreide, nur mit Gemüse. Auch der 26 Jahre alte Küchenhelfer hat seinen Speiseplan an Fred Feuerstein angepasst. “Früher fiel es mir schwer, auf Eiscreme und Süßigkeiten zu verzichten”, sagt er. “Jetzt habe ich kein Bedürfnis mehr nach diesem hochsüßen Zeug.” Auf segensreiche technologischen Errungenschaften der Zivilisation will man im “Sauvage” allerdings nicht verzichten. Mikrowelle auf, Steinzeit-Knäckebrot rein. Statt eines lodernden Feuers, glüht im “Sauvage” der Elektroherd. “Es geht uns nicht darum, zu imitieren, wie der prähistorische Mensch gekocht hat, sondern zu gucken, was gesund ist”, sagt Betreiber Leite-Poço. “Paläo” ist für sie “eigentlich keine Diät, sondern eine Lebensart”.
Eine Lebensart, bei der man sich jedes Körnchen Getreide verkneifen muss, sehen Ernährungswissenschaftler zumindest skeptisch. “Ein Anteil an Getreide muss nicht per se negativ sein”, sagt Alexander Ströhle von der Universität Hannover. Steinzeit-Diät ist für ihn Forschungsthema. Und er kommt zu dem Schluss: Unser Körper hat nicht mehr dieselben Bedürfnisse wie vor zwei Millionen Jahren. “Von der Nährstoffdichte kann es aber durchaus eine gute Ernährung sein”, sagt der Experte. “Nur die Begründung ist nicht plausibel.” Von ihrer Ernährung hätten sich unsere Vorfahren nämlich ganz andere Effekte erhofft, als ihre Nachahmer. “Das, was daran heute funktional ist - das Abnehmen - war in der Steinzeit gar nicht wünschenswert.”
Genau dieses Abnehmen bestätigen auch die Betreiber des “Sauvage”. “Ich esse sehr viel und nehme trotzdem ab”, sagt Leite-Poço. Der 27-Jährige ernährt sich seit zwei Jahren paläolithisch. “Seitdem bin ich nicht mehr krank gewesen.”
Vielleicht ist das ein Tipp, den sie in ihre Diät einbauen können. Und für die nächste sozialen Verplichtungen, die Restaurantbesuche beinhalten, suchen Sie doch nach paläolithischen Restaurants oder gleich nach dem “Sauvage”. Dann prangen über ihrem Geschäftsessen versteinerte Überreste eines wilden Tieres an einer Wand. Und über der Tür prangt ein Geweih (wie in der guten alten Jägerstube, das kennt noch jeder über 50). Auf einem Tisch steht eine Schieferplatte mit Fleisch-Spießen. Und eine Kerze flackert auch. Und bei dem üppigen Schmaus nehmen Sie auch noch ab.
Quelle: aerztezeitung.de
Finanzkrise im Gesundheitssektor: Apotheken-Streik auf Mallorca
Juli 20th, 2011
Das Thema Finanzen im spanischen Gesundheitssektor hab ich ja schon mehrmals an dieser Stelle aufgegriffen. Und kein Ende ist in Sicht…
Die Sache spitzt sich zu: demnächst werden auf den Balearen vielleicht die Apotheken ab und an mal ihren Dienst am Kunden einstellen und einfach die Türen geschlossen halten. Als Druckmittel gegen die Balearen-Regierung, die neue, grad gewählte, weil die alte, die abgewählte so ein Riesenfinanzloch in 2stelliger Millionenhöhe produziert hat, dass darunter die Apotheken durch nichtbezahlte Medikamente ziemlich in Bedrängnis geraten sind.
Wenn Sie demnächst mal ein Schächtelchen Pillen gegen den Kopfschmerz oder Fusspilzpuder erstehen möchten, kann es sein, dass Sie das nur bei der Apotheke tun können, die grad in Ihrem Bezirk für den Notdienst zuständig ist. Da müssen Sie dann eben mal ein bisschen weiter laufen oder fahren.
Ärgern Sie sich nicht einfach darüber. Die Sache ist nämlich die, dass vielen Apotheken das Wasser schon bis zum Halse steht…. Und das einzige Druckmittel, was ihnen nach monatelangem Pochen auf ihre Gelder noch einfällt, ist eben: die Schoten dicht zu machen.
Der Tropfen, der das Fass jetzt wohl auch zum Überlaufen bringt, ist ein zusätzlicher Posten von 180€ monatlich, die jede Apotheke an die Telefonica zahlen muss für die “receta electrónica”, die elektronische Vermittlung der Rezepte von den Gesundheitszentren direkt zur entsprechenden Apotheke. Das mögen manche angesichts der Summen, die eine Apotheke normalerweise umsetzt, eher als “peanuts” bezeichnen. Sind es aber doch nicht mehr angesichts der gespannten Lage. Und eben diese Telefonica-Rechnung wird jetzt als weiteres eventuelles Druckmittel erwogen.
Dabei sollte man sich vor Augen halten, dass per Gesetz !!! den politischen Gemeinden z. Bsp. die Begleichung ihrer Stromrechnung freigestellt wird, wenn die Kassenlage selbiges nicht mehr zulässt. Können Sie sich ungefähr vorstellen, was passiert, wenn Sie die Gesa-Rechnung nicht bezahlen? Können Sie sich dann vielleicht auch vorstellen, was passiert, wenn die Telefonica ihr Geld nicht mehr bekommt. Und eine Apotheke ohne Telefon und Internet-Anschluss bietet dann ungefähr den Service wie die oben auf dem Foto.
Tja, so sieht’s aus im Staate Spanien…
Quelle: elmundo.es
Arbeiten wie am Mittelmeer: Siesta jetzt auch in Deutschland?
Juli 20th, 2011
Weltweit steht Spanien ja nicht unbedingt an der Spitze der Länder, die sich durch eine lange Liste bedeutender Erfindungen von anderen abheben. Aber zwei „typisch spanische“ Erfindungen sind in meinem Leben unerlässlich: das erste ist die „fregona“ – der Schreck jeder deutschen Hausfrau, die was auf sich hält. Bei uns zu Hause läuft dieser Wischmob, wie er glaub ich in Deutschland heisst, als Feudel. Ich steh auf fregonas, spätestens seit meiner ersten Schwangerschaft.
Aber hier geht es noch um etwas viel Praktischeres. Die SIESTA. Ich bin ja absoluter Fan der spanischen Mittagspause. Gar nicht mal lange, nur einfach mal eben etwas abhängen können, einfach wunderbar. Ein Vergnügen.
Nun ist es auch in Deutschland soweit. Das Thema wird offiziellst diskutiert. Hallo, sind die Deutschen plötzlich faul geworden? Nein, im Gegenteil: “Kluge Unternehmer wissen, wie wichtig schöpferische Pausen für den Erhalt der Leistungsfähigkeit, Kreativität und Motivation der Mitarbeiter sind”, sagt der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven.
Längst gibt es wohl in den USA und Japan, sogar in Österreich die “Siesta am Arbeitsplatz”, mit guten Erfahrungen: dass Unternehmer nicht unbedingt nur Menschenfreunde sind wird allgemein vermutet. So ist auch die siesta eher als Resultat obiger Argumente zu betrachten und hat noch eine zweite wünschenswerte Konsequenz. Die Firmen steigern ihre Attraktivität für begehrte Fachkräfte.
Die Krankenkassen sind begeistert
Ursula Marschall, Leiterin des medizinischen Kompetenzzentrums der Krankenkasse, sagte: “Gegen das sogenannte Suppenkoma, also die Müdigkeit nach dem Mittagessen, kann der kurze Spaziergang an der frischen Luft genauso gut helfen wie die Viertelstunde Mittagsschlaf.”
Wichtig ist ihrer Meinung nach vor allem, dass der Arbeitgeber überhaupt angemessene Zeiträume für Erholungsphasen schaffe. In der “taz” sagte sie: “Auch wenn die Siesta in vielen südeuropäischen Staaten nicht mehr selbstverständlich ist, weil auch dort in klimatisierten Räumen gearbeitet wird, ist sie auf jeden Fall gesund.” - und sorgt für neue Energie.
Jürgen Zulley, Professor für Biologische Psychologie an der Universität Regensburg, wird mit den Worten zitiert: “Eine Mittagsruhe überbrückt eine leistungsarme Zeit mit einem erhöhten Risiko für Fehler und wir reagieren anschließend schneller, sind aufmerksamer, unser Gedächtnis ist besser und wir sind auch noch besserer Laune.” Die Siesta sei auch in Deutschland noch bis zur Industrialisierung die geeignete Gegenmaßnahme gewesen, um das biologische Mittagstief zu überwinden, sagte Zulley der “taz”.
Laut dem Schlafforscher sollte die Mittagsruhe allerdings nicht länger als 30 Minuten dauern: “Schläft man länger, kehrt sich alles ins Gegenteil um, und den Rest des Tages kann man so ziemlich vergessen.”
Gut, nun frag ich mich doch: wenn das alles erwiesenermassen so gesund und der Wirtschaft förderlich ist… Warum wollen die spanischen Politiker die eigenen Bürger denn nun unbedingt in Zukunft an ihrer traditionellen siesta zu hindern und diese nette und letztlich effiziente Einrichtung abschaffen und wie in Nordeuropa, durchgehende Arbeitszeiten einführen. Wo informieren die sich denn über Nutzen und Unsinn neuer/ alter Massnahmen? Und dann reden die immer von mangelnder Produktivität in den Mittelmeerländern. Irgendwas passt da doch nicht zusammen.
Quelle: aerztezeitung
Mit Rasierschaum gegen Quallen
Juli 13th, 2011
Als alternativen Tipp des Tages für alle Mallorcaresidenten und Urlauber mit Auto: statt Sa Calobra, der wunderschönen, aber immer überfüllten Badebucht biegen Sie auf der unmöglichsten und unglaublichsten aller Landstrassen Mallorcas doch mal kurz vorm Ziel nach links ab und machen einen Abstecher zur Cala Tuent. Da ist es viel ruhiger, ein herrlicher Olivenhain reicht bis an den Strand, das Wasser ist meistens ruhig und klar und es gibt etwas oberhalb der Bucht noch ein Restaurant mit herrlichem Blick von einer schattigen Terrasse über die Bucht.
Ein einziger Wehmutstropfen. Cala Tuent ist auch sehr beliebt bei Quallen. Doch auf diese wunderschönen Lebewesen zu stossen, löst bei uns Menschen nicht unbedingt Freudensprünge aust. Nicht alle Quallen sind giftig und lösen bei uns Menschen schmerzhafte Reaktionen auf der Haut aus. Aber Vorsicht ist ja die Mutter der Porzellankiste.
Kommen Sie also mal im Meer mit giftigen Quallen in Kontakt, sollten sie das Wasser am besten erstmal verlassen und mit SALZ-wasser, nicht Süsswasser die befallenen Stellen abspülen. Falls Sie eine Pinzette im Strandkorb finden (woran man alles denken soll!) und gute Augen haben, versuchen Sie, die Nesselkapseln vorsichtig rauszuziehen. Keinesfalls mit der Hand an den verletzten Hautstellen reiben. Meistens sitzen nämlich noch Nesselkapseln auf der Haut.
Sehr wirkungsvoll sind auch Essig oder Rasierschaum. Die verhindern ein Aufplatzen der Kapseln. Nach dem Auftragen und Antrocknen können sie mit einem stumpfen Gegenstand abgeschabt werden.
Steht beides nicht zur Verfügung (was im Fall Cala Tuent wohl vorkommen kann), sollten Sie die Haut an der Luft trocknen und danach mit trockenem Sand abreiben. Aber auch dies bitte nicht mit bloßen Händen, denn die Nesseln können auch die Handflächen verbrennen. Eine Antihistamin-Salbe kühlt.
Dasselbe kann Ihnen natürlich auch an Nord- und Ostsee passieren und v.a. Kindern einen schönen Urlaubstag etwas verleiden. Aber, das offene Meer ist nun mal kein pool, und es gibt ja reichlich Entschädigung für solche kleinen Unglücke.
PS. noch ein Tipp: vermeiden Sie diese Strasse zur Mittagszeit (13′00h bis 16′00h), wo Unmengen von Bussen das Befahren aufs Schwerste verleiden. Zu allen anderen Zeiten: Immer schön vorsichtig - Genuss pur. Garantiert!
Rezepte für einen heissen Mallorca-Sommer: Kokos-Curry-Suppe
Juli 4th, 2011
Nun ist es doch schon recht warm auf der Insel geworden. So richtig zulangen, um bei Kräften zu bleiben, mag man kaum, aber der Hunger plagt einen trotzdem. Da bietet sich hier in diesen Breitengraden immer eine klassische Gazpacho an, aber ein bisschen Abwechslung von der mediterranen Küche ist auch nicht schlecht.
Von einer - deutschen - Patientin bekam ich mal diesen Vorschlag für eine kalte
Kokos-Curry- Suppe:
Zutaten (für 4 Pers.):
2 gewürfelte Zwiebeln
1 Knoblauchzehe (gehackt)
1 EL reines Olivenöl
1 EL Currypulver
2 EL Mehl
1 l Hühnerbrühe (wenn’s eilt: Glas oder Tetrapack)
200 g gewürfelte Tomaten
2 gewürfelte Äpfel
1 Scheibe Limette
3 EL Kokosraspel
200 ml Sahne
1 Prise Salz
Zubereitung:
1. Zwiebeln und Knoblauch in heißem Öl glasig dünsten, Curry und Mehl zugeben und anrösten. Brühe angießen, danach Tomaten- und Apfelwürfel, Limette und Kokosraspel dazugeben. Alles 30 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen.
2. Suppe pürieren, oder - besser noch - durch ein Sieb passieren, salzen und abkühlen lassen. Sahne einrühren. Mindestens eine Stunde im Kühlschrank durchkühlen lassen.
Damit’s ein ganzes Essen wird: Dazu Kokos-Garnelen-Spieße:
12 Garnelen (küchenfertig) mit Olivenöl einpinseln, in Kokosraspeln wälzen und 5 bis 6 Minuten auf kleiner Flamme braten.
Ich brauch dazu natürlich noch schönes frisches Baguette, damit ich richtig satt werde.
Mehr Info über Curry & co. finden Sie hier: http://www.currywelten.com/curry_und_gesundheit.html
England oder Spanien: Parkgebühren auf Krankenhausparkplätzen
Juni 25th, 2011
So ist das eben, wenn jahrelang aus dem Vollen geschöpft wird, damit Politiker hübsch wohltätig anmuten oder wenn Krankenkassen mit attraktiven Angeboten um Kunden werben. (Schliesslich sieht es in Deutschland ja nicht viel anders aus: Krankenversicherungsbeiträge in Deutschland sind ja keine “peanuts”.) Irgendwann ist das Geld dann doch mal alle. Und wenn man Glück hat, wird eine öffentliche politische Diskussion angeregt, wo alle oder viele Seiten der betroffenen Parteien auch zu Wort kommen, um ihre Interessen vertreten können, um das System zu retten, wenn schon nicht gesundzumachen.
Die fällige Strukturreform wurde in Grossbritannien schon vor Jahren mit durchschnittlichem Erfolg durchgezogen und per gesellschaftlichenm Konsens wurden gewisse Leistungen des NHS (des nationalen Gesundheitssystem) gestrichen.
Das hat wohl nicht gereicht und deshalb werden britische Kliniken angesichts knapper Etats immer spitzfindiger, wenn es darum geht, Geld in die leeren Haushaltskassen zu bekommen. Betroffen sind in folgendem konkreten Fall autofahrende Patienten. Denn die Kliniken des NHS haben ihnen im vergangenen Jahr umgerechnet knapp 40 Millionen Euro an Parkgebühren abgenommen. Immerhin 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Und es gibt sogar immer öfter Strafmandate für falschparkende Patienten: 109 000 mal im vergangenen Jahr.
Nun protestieren die Patientenorganisationen und verlangen vom Gesundheitsminister die “sofortige Abschaffung” aller Parkgebühren für Patienten. Die absolut undiplomatische politisch völlig unkorrekte Antwort des Gesundheitsministeriums lautet: “Fahren sie Rad oder nehmen sie den Bus!”
Stellen Sie sich das einmal auf Mallorca vor. Sie müssen zum “eines der besten Krankenhäuser Europas” (laut institutionellem Werbeslogan). Kommen aus Artà oder aus Andratx, nehmen Ihr Auto und stellen es auf den (dort allerdings) grosszügigen Parkflächen ab und werden hinterher abkassiert… Das ist auch geschehen: nur der Protest war ja so gross, dass die Zahlungspflicht bis zu den Kommunal/-und Autonomiewahlen (muss nach dem PP-Sieg jetzt eigentlich gezahlt werden?) eingestellt wurde.
Nicht dass damit aber “Son Espases” nicht nur auf Einnahmen verzichtet hätte. Die sie ja bei diesen Megakosten gut gebrauchen könnten. Nein, die Firma, die über den Parkplatz die Konzession hat, hat ja einen 20-Jahre –Vertrag und deshalb weiterhin ihr Geld abkassiert.
Geniale Lösung! Patienten zahlen nichts, Besucher zahlen nichts. Solche Gebühren sind natürlich auch fragwürdig und undankbar. Schiesslich ist ein Besuch in Son Espases nicht dasselbe wie ein Nachmittag im Acualand. Firma kriegt ihr Geld ohne Gegenleistung. Steuerzahler zahlt das entstehende Loch. Genial eben.
Die Alternative: wir nehmen den Bus von Artà nach Manacor, steigen dann um in den Zug nach Palma. An der Plaça Espanya gibt’s dann für uns wieder einen Bus nach Son Espases oder sogar die U-Bahn… und erreichen das Krankenhaus nach (geschätzten) ca. 5 Stunden! Genial!
Quelle: aerztezeitung.de
Auf der Alm da gibt’s koa Stress
Juni 6th, 2011





